Honigbienen – Faszinierende Wesen
Honigbienen sind kleine Wunder der Natur. Ein einziges Bienenvolk besteht im Sommer aus bis zu 50.000 Bienen – darunter nur eine Königin, viele Arbeiterinnen und ein paar Drohnen. Die Arbeiterinnen fliegen täglich viele Kilometer, um Nektar und Pollen zu sammeln, den sie im Stock zu Honig verarbeiten. Dazu braucht es Teamarbeit, Präzision und ein perfektes Zusammenspiel.
Kleines Bienenvokabular
Königin
Die einzige fruchtbare weibliche Biene im Stock. Sie legt die Eier und steuert über Pheromone das Verhalten des Volkes.
Arbeiterin
Sterile weibliche Biene, die alle Aufgaben im Stock übernimmt – vom Putzen über das Füttern der Brut bis zur Nektarsuche. => Lebensrhythmus
Drohne
Männliche Biene, deren Hauptaufgabe es ist, eine Königin zu begatten. Drohnen sterben nach der Paarung oder werden im Herbst aus dem Stock gedrängt.
Schwärmen
Natürliche Vermehrung des Bienenvolks: Die alte Königin verlässt mit einem Teil der Arbeiterinnen den Stock, um ein neues Zuhause zu suchen.
Wabe
Aus Wachs gebaute sechseckige Zellenstruktur, in der Bienen Honig lagern, Brut aufziehen und Pollen einlagern.
Brut
Sammelbegriff für Eier, Larven und Puppen im Entwicklungsstadium zur ausgewachsenen Biene. Die Brut befindet sich in den Wabenzellen.
Schwänzeltanz
Honigbienen kommunizieren durch den berühmten Schwänzeltanz – damit zeigen sie ihren Schwestern die Richtung und Entfernung von Nektarquellen.
Pollen
Blütenstaub, den die Bienen als Eiweißquelle für die Aufzucht der Brut sammeln und in den Waben einlagern.
Propolis
Harzige Substanz, die Bienen aus Baumharz und eigenen Sekreten herstellen. Sie dient zur Desinfektion und Abdichtung des Stocks.
Bienenstock
Das Zuhause eines Bienenvolkes – in der Natur oft in Baumhöhlen, bei der Haltung meist eine von Menschen bereitgestellte Beute aus Holz oder Kunststoff.
Lebensdauer und Lebensrhythmus
Sommerbienen leben im Durchschnitt nur vier bis sechs Wochen. Sie arbeiten buchstäblich bis zum Umfallen – vom Putzen der Zellen bis zum Sammeln von Nektar.
Winterbienen hingegen können bis zu sechs Monate alt werden. Ihre Hauptaufgabe: den Stock warmhalten und das Überleben des Volkes sichern.
Tag 0-3:
Reinigung & Brutpflege
Frisch geschlüpft, beginnt eine Biene mit dem Putzen von Zellen. Sie sorgt dafür, dass Platz für neue Eier ist.
Tag 4 - 10:
Ammenbiene
Sie füttert die Larven – mit Futtersaft oder Gelée Royale, je nach Bedarf.
Tag 11–16:
Baubiene & Vorratspflege
Sie produziert Wachs, baut Waben, nimmt Nektar von Sammlerinnen entgegen und verarbeitet ihn zu Honig.
Tag 17–20:
Wächterin
Die Biene bewacht das Flugloch und hält Eindringlinge fern.
Ab Tag 21:
Sammelbiene
Jetzt beginnt ihr „Außendienst“ – sie sammelt Nektar, Pollen, Wasser und Propolis. Die letzte, aber intensivste Lebensphase.
Winterzeit
Im Winter gibt es keine Sammelbienen. Stattdessen bilden die Bienen eine sogenannte Wintertraube, um die Königin warm zu halten. Sie zittern mit ihrer Flugmuskulatur und halten so die Temperatur im Brutnest konstant – oft über 30 °C, selbst wenn draußen Frost herrscht!
Numbers & Facts
Blüten besucht eine Biene pro Ausflug.
Blütenbesuche sind für 1 Kilogramm Honig mindestens nötig. Es können auch bis zu 5 Millionen sein.
Eier kann die Königin pro Tag legen.
Augen hat eine Biene: zwei große Facettenaugen und drei kleine Punktaugen zur Orientierung.
Kilometer fliegen Bienen für ein Glas Honig – das ist dreimal um die Erde!
Haltbarkeit von Honig
Richtig gelagerter Honig ist praktisch unbegrenzt haltbar – man hat sogar Honig in alten ägyptischen Gräbern gefunden, der noch genießbar war!
Geschmack
Der Geschmack von Honig hängt stark vom gesammelten Nektar ab – daher schmeckt jeder Jahrgang und jede Ernte anders!
Wusstet ihr schon?
Eine einzige Biene produziert im Laufe ihres Lebens nur etwa einen Teelöffel Honig.
Honig ist das einzige Lebensmittel, das von Insekten produziert und vom Menschen verzehrt wird.
